Christoph Scheiner
Jesuit und Naturwissenschaftler
Christoph Scheiner wurde am 25. Juli 1575 in Markt Wald bei Mindelheim geboren. Er besuchte das Jesuitengymnasium in Augsburg und trat 1595 in die Gesellschaft Jesu ein. 
Nach der Priesterweihe 1609 schloss er seine Studien in Philosophie und Theologie in Ingolstadt mit dem Doktorat ab. Hier war er 1610 bis1617 Professor für Mathematik und Hebräisch. 

Er hielt Vorlesungen über Sonnenuhren, über praktische Geometrie, Astronomie und Optik und ein Seminar über das Fernrohr. Seine theoretischen Einsichten erwuchsen aus praktischen Arbeiten, Beobachtungen und Experimenten. Hervorzuheben sind:

  • Erfindung des Pantografen zum Vergrößern und Verkleinern von Zeichnungen (1603),
  • Bau eines astronomischen Fernrohrs, dessen Linsen er selbst geschliffen hatte (1613),
  • Bau eines Heliotrops zur Messung der Sonnenflecken,
  • Entwicklung eines Verfahrens zur Messung der Fehlsichtigkeit (Scheiner-Versuch).
Als herausragende naturwissenschaftliche sind zu nennen:
  • die Entdeckung und Deutung der Sonnenflecken (1611),
  • die Zeichnung der ersten Mondkarte, 
  • die Anatomie des Auges,
  • Entwicklung eines gläsernen Augenmodells.
Auch fallen in die Ingolstädter Zeit seine bedeutendsten literarischen Arbeiten, wenn sie zum Teil auch erst viel später gedruckt wurden.

Nach Aufenthalten in Innsbruck, Freiburg im Breisgau und Wien kam Scheiner 1622 nach Neisse in Schlesien, wo ein Jahr später die Jesuitenniederlassung mit ihm als Hausoberen eröffnet wurde. Dort starb er am 18. Juli 1650.

Der Jesuit Christoph Scheiner, der sich ein Leben lang mit der Astronomie beschäftigte und das geozentrische Weltbild vertrat, versuchte als Theologe frühzeitig, die neuen Naturwissenschaften mit dem christlichen Weltbild in Einklang zu bringen. 

Er ist mit Sicherheit einer der berühmtesten unter den einst in Ingolstadt wirkenden Naturwissenschaftlern. 

Christoph Scheiner


Pantograf


Heliotrop Nachbau Stadtmuseum Ingolstadt

 
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© Dr. Rita Haub, Historikerin