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Dieses Zitat entstammt einem Brief von
Gauß an seinen Studienfreund Bolyai:
"Macht
Dir das Nachforschen der Wahrheit noch eben so viel Freude wie sonst?
Wahrlich es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das
Besitzen sondern das Erwerben, nicht das Da-Seyn, sondern das
Hinkommen, was den grössten Genuss gewährt. Wenn ich eine
Sache ganz ins Klare gebracht und erschöpft habe, so wende ich
mich davon weg, um wieder ins Dunkle zu gehen; so sonderbar ist der
nimmersatte Mensch, hat er ein Gebäude vollendet so ist es nicht
um nun ruhig darin zu wohnen, sondern um ein andres anzufangen. So
stelle ich mir vor muss dem Welteroberer zu Muthe seyn, der nachdem ein
Königreich kaum bezwungen ist, schon wieder nach andern seine
Arme ausstreckt."
2. September 1808<
Quelle: Briefwechsel zwischen Carl Friedrich Gauß und Wolfgang Bolyai, hrsg. F. Schmidt, P. Stäckel, Leipzig 1899, S. 92 |