Vorlesungsreihe im SS06
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| Ort: | Universität am Sanderring |
25. 4.
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Prof. Dr. Eckhard Pache [Institut für Internationales Recht, Europarecht u. Europäisches Privatrecht]
Prof. Dr. Christoph Weber [Institut für Gesellschafts-, Steuer- u. ArbeitsrechtDer Europäische Gerichtshof im Abseits? - Ausländerklauseln, Ablösezahlungen und das Europäische Freizügigkeitsrecht
Was sollen der Sport, die schönste Nebensache der Welt, und der Fußball, diese gemeinsame Veranstaltung von elf Freunden, mit rechtlichen Regeln und Verfahren oder gar mit dem europäischen Gemeinschaftsrecht zu tun haben? Können Fußballer, Vereine und Verbände nicht nach ihren eigenen Regeln Fußball spielen? Wie sind diese Fragen aus der Sicht des Europäischen Gerichtshofs zu beantworten und welche Folgen ergeben sich daraus für den Berufsfußball? -
Prof. Dr. Norbert Berthold [Volkswirtschaftliches Institut]
Internationalisierung der Spielermärkte - Wo bleibt die Nationalmannschaft?
"Der deutsche Fußball hat an Glanz verloren. Die Nationalmannschaft ist nur noch Mittelmaß. Bei den deutschen Vereinen bleibt auf internationaler Ebene immer öfter der Erfolg aus. Die Bundesliga ist zweitklassig. Es wachsen immer weniger deutsche Talente nach, die sich national und international durchsetzen.
Die Basis für eine wettbewerbsfähige Nationalmannschaft erodiert. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Hat die Globalisierung die Finger mit im Spiel? Oder sind es hausgemachte Faktoren, die dem deutschen Fußball zu schaffen machen? Was ist zu tun, um die negative Entwicklung umzukehren? Ist eine Europaliga der Schlüssel zum Erfolg?"
27. 4.
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Dr. Sabine Ziegler [Institut für Altertumswissenschaften]
Ballspiele in der älteren keltischen Literatur
Sieht man unter den Stichwörtern "Geschichte des Fußballs" im Internet oder einschlägigen Büchern nach, so findet man kurze Beschreibungen von Ballspielen aus China, Japan, Mittelamerika und dem Europa der klassischen Antike. Dass auch die Iren schon in alter Zeit eine Art Fußball(rauf)spiel kannten, ist dagegen kaum bekannt. Dem soll der Vortrag über "Ballspiele in Irland" abhelfen. Kurze Beschreibungen aus alt- und mittelirischen Sagen sollen den Zuhörern ein Bild von Ballspielen und dem Alltagsleben in der damaligen Zeit vermitteln, das mit Bildmaterial veranschaulicht wird. -
Dr. Michael Will [Institut für deutsche Philologie - Neuere Abteilung ]
Standardsituationen: Fußball in der Literatur
Anhand einiger markanter Beispiele aus deutscher Lyrik und Prosa - von Rilke über Handke bis Grass - werden Fragen eines lesenden Fußballfans zum Sinn und Unsinn von literarisiertem Fußball erörtert: Welche Blüten treibt dieses populäre Thema bei den Dichtern und Denkern? Wo liegt das poetische Potential dieses schweißtreibenden Massen-Ballsports? Taugt die schönste Nebensache der Welt tatsächlich als "Realitätsmodell" (Klaus Theweleit)?
2. 5.
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Dipl.Inf. Andreas Binzenhofer, Dipl.Inf. Tobias Hoßfeld [Institut für Informatik]
Warum Panini Fußballalben auch Informatikern Spaß machen
Fußball und Informatik zählen zu den zwei wohl vielseitigsten und missverstandensten Themen, die unsere Gesellschaft jemals hervorgebracht hat. In unserem Vortrag sorgen wir endlich für Klarheit und führen beide Welten fachgerecht zusammen. Am Beispiel eines Panini Fußballalbums lassen wir alte Kindheitsträume wieder aufleben und zeigen dem begeisterten Fußballfan, wie er seine Sammelstrategie optimieren kann. Danach lässt sich dann das lange Warten auf die Weltmeisterschaft 2006 mit ungetrübtem Sammelspaß gekonnt überbrücken. -
Dr. Thomas Wilhelm, Akad. Dir. Wolfgang Reusch, Prof. Dr. Peter Jakob [Physikalisches Institut]
Physik mit Kick
Fußball-WM 2006: 22 Leute, ein Ball und alle sind hin und weg. Dass sich hinter dieser Faszination Fußball auch jede Menge Physik verbergen kann, will Ihnen diese Vorlesung zeigen. Wir wollen für Sie klären, warum der Ball überhaupt fliegt, welche Kräfte beim Schuss auf den Ball wirken und welche Leistung dazu notwendig ist, wie weit und wie schnell ein Fußball geschossen werden kann, wie lange ein Ballkontakt ist, warum ein Ball im Bogen fliegen kann und vieles mehr. Auch wenn man für spätere Fußballweltmeisterschaften die Regeln ändern wird, den Ball mit allerhand Messtechnik voll stopft oder computergestützte Schiedsrichter einsetzt - eines wird sich nie ändern, nie ändern können: Die Physik des Kicks!
4. 5.
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PD Dr. Markus Buntfuss
[Institut für Evangelische Theologie u. Religionspädagogik]Fussball und Religion
"Das war wie eine Erlösung" ? so kommentierte Karl-Heinz Rummenigge im Herbst 2005 den Treffer von Roy Makaay gegen Werder Bremen nach einer Tor-Flaute von 1124 Spielminuten. Was ist das für eine Erlösung und was verbirgt sich hinter der Rede von einem "Fußballgott", dem "Wunder von Bern" oder einem Buchtitel wie "Fußball Unser"? Ist Fußball in einer zunehmend säkularisierten Welt zur neuen Volksreligion geworden, handelt es sich bei den sonntäglichen Ritualen im heiligen Rund des Stadions nur um Religionsersatz, oder ist die semantische Überhöhung des Fußballs mit religiösen Vorstellungen der Ausdruck eines gänzlichen Bedeutungsverlustes von Religion? -
Prof. Dr. Friedhelm Brusniak
[Institut für Musikwissenschaft]Fußball und Musik
Was wäre ein Fußballspiel ohne Trommler und Fangesänge? Wie entstehen in den Fußballstadien die "wahren Volkslieder der Gegenwart"? Um welches Repertoire handelt es sich? Wer produziert, interpretiert und verbreitet Vereinslieder, und zu welchem Zweck? Ausgehend von solchen Fragestellungen wird die Aufmerksamkeit zum einen auf Moritz Eggerts Fußball-Oratorium "Die Tiefe des Raumes" für vier Singstimmen und Orchester nach einem Text von Michael Klaus gelenkt, das am 11. September 2005 im Rahmen der RuhrTriennale in Bochum uraufgeführt wurde. Zum anderen wartet die Fußball-Musikwelt mit Spannung auf die zwanzig Gewinnertitel aus dem Kompositionswettbewerb "Talente 2006. Die FIFA WM in der Schule" zum Thema "Die Welt zu Gast bei Freunden", die aus Einsendungen aus 49 Ländern ausgewählt wurden und am 10. und 11. Mai 2006 im Berliner Olympiastadion beim "Talente 2006 Festvial" live präsentiert werden.
9. 5.
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Dr. Frauke Fischer
[Theodor-Boveri-Institut für Biowissenschaften]Ritualisierte Verhaltensweisen im Tierreich und Fußball
Für viele uns aus dem Fußball bekannte Verhaltensweisen, die uns typisch menschlich anmuten, gibt es Parallelen im Tierreich. Heimvorteil, Teamgeist, vorgetäuschte Fouls, strenge Regeln und merkwürdige Rituale finden wir nicht nur als bekannte Phänomene jeden Samstag im Stadion, sondern auch bei vielen Tieren. In diesem Vortrag werden anhand vieler Beispiele diese Ähnlichkeiten vorgestellt und ihr Hintergrund aus biologischer Sicht beleuchtet. -
Dr. Matthias Merkl
[Institut für Anglistik u. Amerikanistik]'Better than sex!' Sind Hooligans männlich und dumm?
In der Presse werden Hooligans immer wieder als gewalttätige, ungebildete und glatzköpfige Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren dargestellt, deren Lebensaufgabe es ist, Aggressionen abzubauen, indem sie Anhänger gegnerischer Fußball-Clubs attackieren und Straßenzüge verwüsten. Es zeigt sich jedoch, daß auch Akademiker und Frauen als Hooligans auftreten und Gewalt ausüben können. Ein Fall aus Großbritannien beispielsweise belegt, daß bereits vor etwa 100 Jahren Frauen den Schiedsrichter mit Schirmen mißhandelten, um aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen.
11. 5.
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Prof. Dr. Dr.h.c.mult Norbert Richard Wolf
[Institut für deutsche Philologie]Wie kommt der runde Ball in die Sprache
Der Vortrag stellt im ersten Teil vor, auf welche Weise der Fußball den Wortschatz bzw. den Vorrat an Redewendungen im Deutschen bereichert. Der zweite Teil geht auf Äußerungen bekannter Fußballer ein und behandelt deren ästhetische und intellektuelle Qualität. Trapattonis berühmte 'Brandrede' ist - zum Abschluss - ein Zeugnis für die Internationalität gerade dieses Ballsports. -
Prof. Dr. Ernst Burgschmidt
[Institut für Anglistik u. Amerikanistik]Fußball: Englische Anfänge und deutsche Fortsetzung
1863 wurde mit der Gründung der Football Association in England und der Abgrenzung zu Rugby aus einem Spiel an Public Schools ein zunehmend verbreiteter, geregelter und Zuschauer anziehender Sport. Cup und League brachten nationale Begeisterung, besonders auch in der Arbeiterklasse. Deutschland profitierte von 1880 bis zum Beginn des 2. Weltkriegs von dieser Entwicklung und ahmte vieles nach.
16. 5.
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Dr. Franziska Kluegl [Institut für Informatik]
Robocup: Künstlich intelligente Agenten als Fussballspieler
Programme, die Fußballspieler steuern, Roboter, die Fußball spielen - das klingt nach Science Fiction, ist es aber nicht. Seit etwa 10 Jahren gibt es den RoboCup, der sich als wichtige Testumgebung für die Verteilte Künstliche Intelligenz etabliert hat. Nach einer Einführung in die verschiedenen Ligen des RoboCups, werden wir zwei Beispiele für die Programmierung des Verhaltens künstlicher Fußballer genauer betrachten. -
Prof. Dr. Hans-Georg Weigand
[Institut für Mathematik]Wie die Mathematik in den Fußball kommt
Es wird der Frage nachgegangen, wie die Mathematik in den Fußball kommt. Dies wird an verschiedenen Themenbereichen veranschaulicht: Die Zahlen und der Spielstand, Warum haben (manche) Tornetze Sechseckstruktur?, Wie zeichnet der Platzwart das Spielfeld?, Wie viele verschiedene Möglichkeiten gibt es, einen Schuh zu schnüren? Warum besteht ein Fußball (meist) aus Fünf- und aus Sechsecken?
18. 5.
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Prof. Dr. Wolfgang Malisch [Institut für Anorganische Chemie
Prof. Dr. Carsten Schmuck [Institut für Organische Chemie]Molekulare Fußbälle aus Kohlenstoff
Die Fußbälle der bald beginnenden WM bestehen aus Leder einem biologischen Material, das auf molekularer Ebene im wesentlichen aus organischen Kohlenstoffverbindungen aufgebaut ist. Aber wer weiß schon, dass der Kohlenstoff selber auch aus winzig kleinen Fußbällen bestehen kann? Neben Graphit und Diamant kennen wir seit etwa 20 Jahren eine dritte Form des Kohlenstoffs, die Fullerene. Käfigförmige Verbindungen, die nur aus C-Atomen bestehen. Das stabilste dieser Fullerene, das C60 hat genau die Form und Gestalt eines Fußballs. Der Vortrag beschreibt in unterhaltsamer Weise die Geschichte und Entdeckung dieser molekularen Fußbälle und zeigt was man mit ihnen alles anstellen kann. So lassen sich die molekularen Fußbälle z.B. mit Luft oder Eisen füllen, zerschneiden und wieder zusammenflicken oder gar in der Medizin als neue viel versprechende Medikamente einsetzen.
30. 5.
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Dr. Jean-Nicolas Volff [Theodor-Boveri-Institut für Biowissenschaften]
Die Fussballgene: Wird Fussballtalent durch unser Erbgut bestimmt?
Die zahlreichen Beispiele genetisch verwandter Spieler (Vater und Sohn bzw. Brüder) aus der ersten deutschen Fußballbundesliga sowie aus dem internationalen Fußball lassen vermuten, dass Fußballtalent vererbt werden könnte. Tatsächlich werden einige für den Fußball wichtige sportliche Eigenschaften, wie zum Beispiel Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft, sowie relevante Aspekte der Persönlichkeit sehr stark von unserem Erbgut beeinflusst. Eine Fülle von Kandidaten für "Sportgene" sind bereits in den letzten Jahren identifiziert worden. Diese Gene zeigen Variationen (Polymorphismen), die möglicherweise mit Leistungsunterschieden zwischen Individuen in Zusammenhang stehen. Diese Beobachtungen weisen darauf hin, dass neben Training und anderen Umweltfaktoren die Erbanlage ein sehr wichtiger Parameter für die Begabung beim Fußball ist, die wahrscheinlich durch eine Konstellation verschiedener Gene geprägt wird. Neben einem möglichen Missbrauch beim Gendoping könnte die Identifizierung von Fußballgenen wichtige Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung verschiedener Facetten des Fußballs haben, wie zum Beispiel Training, Taktik und Talentsuche. -
Dr. Mark-Oliver Roedel [Theodor-Boveri-Institut für Biowissenschaftenn]
Biologie und Fussball
Was hat Biologie mit Fußball zu tun? Viel! Zunächst sind Menschen (und als solche sind auch die meisten Fußballer zu betrachten) im Prinzip ja auch nur Tiere. Unser Verhalten und unsere Wahrnehmung werden von unseren biologischen und physiologischen Fähigkeiten bestimmt. Unsere optischen Fähigkeiten sind z.B. durch die Anatomie und Physiologie unserer Augen vorgegeben, damit kann erklärt werden warum ein Linienrichter in bestimmten Situationen eine Abseitsposition falsch erkennen wird und warum angeschnittene Bälle für einen Torhüter schwerer einzuschätzen sind. Der Vortrag vergleicht und interpretiert weiterhin insbesondere das Verhalten auf dem Platz mit dem Verhalten von Tiergruppen. Was passiert z.B. in einer Tiergruppe (Fußballmannschaft) die ihr Alpha-Männchen (Kapitän /Stammspieler) verliert? Welche Strategie(n) führen zur effizienten Beschaffung von Nahrung (dem Erzielen von Toren). Daneben gibt es aber auch noch weitere interessante Verbindungen zur Tierwelt, z.B. Tiere die sich zu Bällen formen oder für Fußballzauber herhalten müssen
1. 6.
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Assessor jur. Karsten Eirich [Institut für Strafrecht u. Kriminologie]
Fußball und Strafrecht
Anhand eines hypothetischen WM-Gruppenspiels werden über 30 Konstellationen dargestellt, die entweder in der Vergangenheit bereits Berührungspunkte von Fußball und Strafrecht aufwiesen, oder in Zukunft aufweisen können. Dabei wird auf eine auch dem juristischen Laien verständliche Weise auf etwa 25 unterschiedliche Straftatbestände des deutschen Strafgesetzbuches eingegangen. -
Prof. Dr. Wolfgang Walter [Institut für Soziologie]
Vom Vorbericht zum Obergutachter - Die Expertisierung der Fernsehberichterstattung über Fußball
Fußball gilt gemeinhin als eine Angelegenheit, in der jeder (Mann) Experte ist. Dennoch wird das Spiel auf dem Feld von einer zunehmenden Zahl von Experten kommentiert, die die Medien eigens engagieren. Am Beispiel der Netzer-Delling-Gespräche stelle ich dar, wie in der medialen Präsentation Fußball-Experten geschaffen werden und wie diese sich als Sachverständige ausweisen.